Die Eskalation in der Karibik: Venezuela im Fadenkreuz
Alle bisherigen Putschversuche gegen die legitim gewählte Regierung sind gescheitert. Was der politischen und ökonomischen Kriegsführung bleibt, ist die militärische Intervention. Seit August 2025 haben die USA über 15.000 Soldaten in der Karibik zusammengezogen – die größte militärische Präsenz der USA in der Region seit dem Kalten Krieg. Der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford, bewaffnet mit 75 Kampfjets, kreuzt vor der venezolanischen Küste. Begleitet wird er von amphibischen Angriffsgruppen, Zerstörern, einem Atom-U-Boot und F-35-Staffeln, die in Puerto Rico stationiert wurden. Die reaktivierte Marinebasis Roosevelt Roads fungiert als logistisches Zentrum dieses Aufmarschs. Das Völkerrecht, das die Imperialisten noch nie interessierte, es sei denn, man konnte es gegen ihre Feinde einsetzen, wird durch die außergerichtlichen Tötungen systematisch verletzt: Seit September 2025 wurden über 70 Menschen getötet. Diese Angriffe finden ohne UN-Mandat, ohne internationale Rechtsgrundlage und unter dem fadenscheinigen Vorwand der Drogenbekämpfung statt.
Parallel dazu werden seit September 2025 systematisch Schiffe angegriffen, die verdächtigt werden, Schmuggel zu betreiben. Mindestens 83 Menschen wurden bei diesen Operationen getötet. Keine dieser Aktionen verfügt über ein UN-Mandat oder irgendeine völkerrechtliche Grundlage. Wie stets, wenn die USA Krieg führen wollen, dient die „Drogenbekämpfung“ als Vorwand.
Venezuela reagierte mit der Mobilisierung seiner 123.000 Soldaten und der bolivarischen Milizen. Verteidigungsminister Vladimir Padrino López bezeichnete die US-Militärpräsenz, als das, was sie ist: eine offen imperialistische Bedrohung.
Der folgende Text untersucht die Hintergründe dieser Eskalation, die Interessen der Vereinigten Staaten, die Bedeutung venezolanischer Ressourcen und die Dynamik der bolivarischen Revolution.
Historische Hintergründe: Von der Bolivarischen Revolution bis zu Maduro
Hugo Chávez trat 1999 das Präsidentenamt in Venezuela an und formierte sich rasch zur führenden Gestalt der sogenannten Bolivarischen Revolution. Dieses Projekt, das sich programmatisch auf Simón Bolívar - die zentrale Figur der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegungen im 19. Jahrhundert - bezog, zielte auf eine langfristige sozialistische Transformation Venezuelas im Rahmen eines breiten anti-imperialistischen Aufbruchs.
Die Bolivarische Revolution verband mehrere Elemente: erstens einen republikanischen, dezidiert anti-imperialistischen Nationalismus, der die Souveränität des Landes gegen den jahrzehntelangen US-Einfluss neu behaupten sollte; zweitens eine deutliche Stärkung des staatlichen Sektors, insbesondere durch Re-Verstaatlichungen im Öl- und Energiesektor, die zur materiellen Grundlage der sozialen Umverteilungsprogramme wurden; drittens die Herausbildung eines Modells „ziviler-militärischer“ Kooperation, bei dem die Streitkräfte nicht nur Verteidigungsaufgaben erfüllten, sondern aktiv in Infrastruktur, Alphabetisierungskampagnen und Entwicklungsprogramme eingebunden wurden. Chávez hob zudem die Bedeutung der indigenen Bevölkerung sowie anderer über Jahrzehnte hinweg an den Rand gedrängter gesellschaftlicher Gruppen hervor.
Chávez’ politischer Aufstieg wurzelte nicht in den traditionellen Parteien, sondern in den Kasernen. Sein gescheiterter Putschversuch 1992 machte ihn zur Identifikationsfigur der verarmten Massen. Seine berühmte „Por ahora“-Rede, gehalten nach der Kapitulation, signalisierte bereits, dass sein politischer Weg nicht beendet war. Die Wahl von 1998 markierte einen Wendepunkt. Chávez sprach mit Reportern nach seiner Kapitulation vor den Truppen, die Präsident Pérez treu ergeben waren, und gewann Jahre später mit 56 Prozent der Stimmen das Präsidentenamt. Er initiierte sofort einen verfassungsgebenden Prozess, der 1999 zu einer neuen Verfassung führte, die sozialistische Prinzipien verankerte. Der Verfassungsentwurf wurde breit in der venezolanischen Bevölkerung diskutiert. Nach eingereichten Änderungsanträgen kam es erstmals in der Geschichte des Landes zu einer Volksabstimmung über die Verfassung, die schließlich angenommen wurde.
Mit den Rekord-Öleinnahmen der 2000er Jahre verstaatlichte Chàvez’ Regierung Schlüsselindustrien, etablierte partizipatorische kommunale Räte und führte soziale Programme, die sogenannten Bolivarischen Missionen, ein, um den Zugang zu Nahrung, Wohnraum, Gesundheitsversorgung und Bildung zu verbessern. Zwischen 2003 und 2007, als die Ölpreise historische Höchststände erreichten, führten diese Programme zu umfassenden Fortschritten in der Armutsbekämpfung.
Die Revolution veränderte die gesellschaftlichen Machtverhältnisse grundlegend. Erstmals in der venezolanischen Geschichte erhielten die verarmten Massen direkten Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung aber auch zum Staatsapparat. Kubanische Ärzte arbeiteten in den Armenvierteln im Rahmen des Programms „Barrio Adentro", während Alphabetisierungskampagnen Millionen das Lesen beibrachten. Land wurde von Großgrundbesitzern enteignet und an landlose Bauern verteilt.
Doch die bolivarische Revolution beschränkte sich nicht auf Venezuela. Unter der Führung von Hugo Chávez trotzte der populäre lateinamerikanische Prozess der neoliberalen Lawine, indem er die Souveränität über die nationalen Ressourcen und Entscheidungen zurückforderte und regionale Einheit und Integration förderte, um gemeinsam den Herausforderungen durch den Imperialismus zu begegnen. Die Gründung der ALBA (Bolivarische Allianz für die Völker unseres Amerika) und Petrocaribe - ein Programm, das karibischen Staaten vergünstigtes Öl lieferte - demonstrierte die antiimperialistische Ausrichtung.
Nach dem Tod von Hugo Chávez im Jahr 2013 übernahm sein Vizepräsident Nicolás Maduro die Führung des Landes. Maduro setzte die von Chávez etablierte politische Linie fort und verteidigt konsequent die Errungenschaften der Bolivarischen Revolution gegen reaktionäre Angriffe. Er macht regelmäßig US-Beamte für die gezielte Verleumdung und Destabilisierung seiner Regierung verantwortlich. Unter Maduros Führung verschärfte sich die wirtschaftliche Krise, die auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist: den Rückgang der Ölpreise, interne wirtschaftliche Fehlentwicklungen, aber vor allem auf die brutalen US-Sanktionen, die darauf abzielen, die venezolanische Wirtschaft zu ersticken und die sozialen Errungenschaften der Revolution zu zerstören. Trotz dieser massiven Angriffe blieb Maduro der fortschrittlichen Orientierung des Landes verpflichtet und bemühte sich, die bolivarische Vision von sozialer Gerechtigkeit, partizipativer Demokratie und wirtschaftlicher Souveränität aufrechtzuerhalten.
Der US-Imperialismus und seine Aggression gegen Venezuela
Die Feindseligkeit der USA gegenüber der bolivarischen Revolution begann nicht erst 2025. 2019 rief Juan Guaidó, Präsident der Nationalversammlung, sich selbst zum „Interimspräsidenten" aus und behauptete, Maduros Wiederwahl sei nicht gültig. Die USA und über 50 andere westliche Staaten erkannten Guaidó sofort an - eine beispiellose Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates.
Am 30. April 2019 versuchte Guaidó, gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Soldaten einen Militärputsch, der als „Operation Freiheit" bezeichnet wurde. Der Putsch scheiterte kläglich. Die venezolanischen Streitkräfte blieben loyal zur gewählten Regierung. Maduro erklärte am Abend des 30. April in einer Ansprache aus dem Miraflores-Palast, begleitet von hochrangigen Beamten seiner Regierung und den Streitkräften, dass ein versuchter „Staatsstreich" stattgefunden habe.
Die Washington Post bezeichnete das Ereignis später als einen der größten Fehlschläge der Guaidó-Bewegung. Beamte in den USA und der venezolanischen Opposition nannten es „Venezuelas Schweinebucht". Dieser Vergleich mit der gescheiterten Invasion Kubas 1961 war bezeichnend.
2020 folgte ein weiterer absurder Putschversuch. Die sogenannte „Operation Gideon". Ausländische Söldner sollten die Opposition bei einer militärischen Operation beraten und unterstützen, um Maduro gefangen zu nehmen und seine Regierung durch die von Guaidó zu ersetzen. Auch dieser Versuch scheiterte spektakulär, als venezolanische Fischerboote die Söldner vor der Küste abfingen.
Als alle verdeckten Methoden scheiterten, griffen die USA zur offenen militärischen Aggression. Die US-Streitkräfte begannen im September 2025 mit Luftangriffen auf Schiffe in der Karibik, die von der Trump-Administration als Mission zur Bekämpfung des maritimen Drogenhandels von Lateinamerika in die USA dargestellt wurde. Donald Trump kündigte am 2. September 2025 an, dass die US-Marine den ersten Luftangriff in der Karibik auf ein Boot aus Venezuela durchgeführt habe, wobei alle elf Menschen an Bord getötet wurden.
Im Oktober genehmigte Trump die CIA, tödliche Bodenoperationen innerhalb Venezuelas und anderswo in der Karibik durchzuführen, und Militärbeamte entwarfen Optionen für Angriffe auf venezolanisches Territorium. Die Eskalation folgte einem klaren Muster: Von wirtschaftlichen Sanktionen über verdeckte Putschversuche bis hin zur offenen militärischen Aggression.
Die rechtliche Grundlage dieser Angriffe ist bestenfalls zweifelhaft. Die USA behaupteten, dass die Schiffe von Gruppen betrieben wurden, die sie als Narkoterroristen bezeichneten, darunter die venezolanische kriminelle Organisation Tren de Aragua und die kolumbianische Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee, haben aber keine Beweise für die Anschuldigungen veröffentlicht. Experten, Menschenrechtsgruppen und internationale Gremien erklärten, die Tötungen seien nach US-amerikanischem und internationalem Recht illegal.
Die US-Monopole wollen das Öl
Hinter der Kriegspropaganda über Drogen und Demokratie stehen handfeste wirtschaftliche Interessen. Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven, mehr als das Fünffache der Vereinigten Staaten. Mit geschätzten 300 Milliarden Barrel übertrifft Venezuela sogar Saudi-Arabien.
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro behauptete in einem exklusiven CNN-Interview, dass die Druckkampagne der Trump-Administration auf Venezuela eher auf den Zugang zum Öl des südamerikanischen Landes als auf die Bekämpfung des Drogenhandels abziele. Petro, selbst ein ehemaliger Guerillakämpfer und nun Präsident Kolumbiens, erklärte offen: „Öl steht im Mittelpunkt der Angelegenheit. Das ist also eine Verhandlung über Öl. Ich glaube, das ist Trumps Logik. Er denkt nicht an die Demokratisierung Venezuelas, geschweige denn an den Drogenhandel".
Die Bedeutung venezolanischen Öls für die USA lässt sich historisch belegen. In den späten 1990er und frühen 2000er Jahren lieferte Venezuela etwa 1,5 bis 2 Millionen Barrel pro Tag in die Vereinigten Staaten und war damit eine der größten ausländischen Ölquellen Amerikas. Die Verstaatlichung der Ölindustrie unter Chávez und die Verwendung der Öleinnahmen für soziale Programme statt für die Profite amerikanischer Konzerne war für Washington unerträglich.
Die Vereinigten Staaten haben seit langem Interesse an Venezuelas Ölreserven gezeigt, um ihre eigene Energiesicherheit zu gewährleisten. Der Zugang zu diesen riesigen Reserven reduziert die Abhängigkeit der USA von Öl aus anderen, weniger stabilen Regionen. Doch unter der bolivarischen Revolution flossen die Petrodollars nicht mehr nach Washington und an Wall Street, sondern in Krankenhäuser, Schulen und Nahrungsmittelprogramme für die venezolanische Bevölkerung.
Die geopolitische Dimension verschärft die Lage zusätzlich. China ist mittlerweile der größte Abnehmer venezolanischen Öls, und russische Unternehmen haben bedeutende Investitionen im venezolanischen Ölsektor getätigt. Für die USA ist dies inakzeptabel: Ein unabhängiges Venezuela, das mit China und Russland zusammenarbeitet, untergräbt die hegemoniale Kontrolle Washingtons über Lateinamerika.
Die USA rüsten zum Krieg: Verlauf seit 2025, Putschversuche und Kriegsvorbereitung
Das Jahr 2025 markiert eine qualitative Eskalation der US-Aggression. Nach dem Scheitern aller Putschversuche und der Unfähigkeit, Maduro zu stürzen, griff die Trump-Administration zur militärischen Option.
Ende August 2025 begannen die Vereinigten Staaten mit einem Flottenaufbau in der südlichen Karibik mit dem erklärten Ziel, den Drogenhandel zu bekämpfen. Die erste große Verstärkung kam mit der Entsendung der USS Iwo Jima und ihrer amphibischen Einsatzgruppe im August; die Ankunft der USS Gerald R. Ford Trägerkampfgruppe im November markierte die zweite Verstärkung. Die militärische Hardware ist beeindruckend und entlarvend zugleich. Es handelt sich um die größte US-Militärpräsenz in Lateinamerika seit der Invasion Panamas 1989.
Die sogenannten „Anti-Drogen-Operationen" sind transparent als Vorwand erkennbar. Die Angriffe kamen inmitten erhöhter Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela, wobei venezolanische Oppositionsfiguren, Quellen der Trump-Administration und unabhängige politische Analysten angedeutet haben, dass das wahre Motiv der USA ein Regimewechsel sei.
Die juristische Konstruktion, die Washington verwendet, ist ebenso fadenscheinig. Die Trump-Administration „stellte fest, dass sich die Vereinigten Staaten in einem nicht-internationalen bewaffneten Konflikt" mit Drogenkartellen befinden, laut einer Benachrichtigung an den Kongress vom 2. Oktober. Diese Begründung erlaubt es, unter Umgehung des Völkerrechts militärische Gewalt anzuwenden, ohne formell den Krieg zu erklären.
Die Regierung hat die maritimen Angriffe auf Schiffe, von denen sie behauptet, sie seien am Drogenhandel beteiligt gewesen, durchgeführt und dabei mindestens 83 Menschen auf 21 Booten getötet. Es wurden keine Beweise veröffentlicht, die belegen, dass sich Drogen an Bord befanden, und Rechtsexperten sagen, die Angriffe würden gegen internationales Recht verstoßen, selbst wenn Drogenaktivitäten nachgewiesen würden.
Die militärische Logik hinter dem Deployment ist eindeutig: Trump sagte am 22. Oktober, dass er auch plane, Angriffe auf Landziele anzuordnen. Das Wall Street Journal berichtete, dass die USA laut US-Beamten „Ziele identifiziert haben, die am Schnittpunkt der Drogenbanden und des Maduro-Regimes liegen", einschließlich Einrichtungen wie Häfen und Landebahnen, die das venezolanische Militär angeblich für den Drogenhandel nutzt.
Die Idee, dass das ultimative Ziel der Trump-Administration in Venezuela ein Regimewechsel ist, hat in den letzten Wochen an Glaubwürdigkeit gewonnen. Die Hoffnung der Regierung scheint zu sein, dass Maduro durch den militärischen Aufbau so verunsichert wird, dass er das Handtuch wirft und in ein befreundetes Land auswandert.
Das venezolanische Volk wird seine Souveränität nicht aufgeben!
Venezuela lässt sich nicht einschüchtern. Die Mobilisierung des Landes auf allen Ebenen demonstriert die Entschlossenheit, die nationale Souveränität zu verteidigen.
Das Land mobilisierte seine konventionellen Streitkräfte von etwa 123.000 Soldaten sowie die bolivarische Miliz für umfassende Verteidigungsübungen. Die bolivarische Miliz, eine aus Arbeitern, Bauern und Studenten bestehende Volksarmee, umfasst mehrere Millionen Mitglieder, die im Guerillakampf geschult sind und im Falle einer Invasion den Widerstand organisieren würden.
Verteidigungsminister Vladimir Padrino López bezeichnete die Situation, als das, was sie ist: eine imperialistische Bedrohung. Die venezolanischen Streitkräfte haben aus den gescheiterten Putschversuchen gelernt und ihre Strukturen konsolidiert. Anders als in vielen lateinamerikanischen Ländern, wo das Militär oft als Werkzeug der Reaktionäre fungiert, ist das venezolanische Militär eng mit der Revolution und den Massen verbunden.
Die Massenmobilisierung geht über das Militär hinaus. Überall im Land finden Versammlungen und Demonstrationen zur Verteidigung der Souveränität statt. Die Erfahrung von mehr als zwei Jahrzehnten bolivarischer Revolution hat ein politisches Bewusstsein geschaffen, das nicht so leicht zu zerschlagen ist. Die Menschen wissen, dass ein US-Sieg die Rückkehr zur Vorherrschaft der Oligarchie, die Privatisierung der Ölindustrie und das Ende aller sozialen Errungenschaften bedeuten würde.
Venezuela hat auch seine internationalen Allianzen gestärkt. Russland und China haben deutlich gemacht, dass sie an der Seite Venezuelas stehen. Kuba, Nicaragua, Bolivien und andere fortschrittliche Regierungen in Lateinamerika haben ihre Solidarität erklärt. Auch Kolumbiens Präsident Petro, trotz Drucks aus Washington, weigert sich, die Aggression zu unterstützen.
Die Vorbereitung auf einen möglichen Angriff umfasst auch die Stärkung der Wirtschaft trotz der lähmenden Sanktionen. Venezuela hat begonnen, Ölgeschäfte in Yuan und anderen Währungen abzuwickeln, um das Dollar-System zu umgehen. Landwirtschaftliche Kooperativen wurden ausgebaut, um die Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen und die Abhängigkeit von Importen zu verringern.
Das Bewusstsein der venezolanischen Bevölkerung ist entscheidend. Anders als in Libyen, wo viele die NATO-Intervention zunächst begrüßten, oder in Syrien, wo der Bürgerkrieg die Gesellschaft spaltete, steht die Mehrheit der Venezolaner hinter ihrer Regierung, wenn es um die Verteidigung gegen ausländische Aggression geht. Selbst Oppositionelle, die Maduro kritisch gegenüberstehen, lehnen eine US-Invasion ab.
Verteidigt die bolivarische Revolution! Nieder mit dem US-Imperialismus!
Die Aggression gegen Venezuela ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil der imperialistischen Strategie, jede Alternative zu seinem Ausbeuterregime zu vernichten. Was in Venezuela auf dem Spiel steht, betrifft alle unterdrückten Völker der Welt.
Die praktische Solidarität mit Venezuela muss konkret werden. In Deutschland und anderen imperialistischen Ländern bedeutet dies zunächst, die Propaganda zu entlarven. Die Medien überschwemmen uns mit Geschichten über „Drogenkartelle", „Diktatur" und „humanitäre Krisen", verschweigen aber systematisch die Rolle der US-Sanktionen bei der Schaffung dieser Krise.
Wir müssen die Öffentlichkeit darüber aufklären, dass die USA kein Interesse an Demokratie oder Menschenrechten in Venezuela haben. Wenn es so wäre, würden sie nicht Saudi-Arabien, Israel und andere reaktionäre Regime unterstützen. Das einzige Interesse ist die Kontrolle über Venezuelas Öl und die Verhinderung eines erfolgreichen Beispiels sozialistischer Politik in Lateinamerika.
Konkrete Solidaritätsaktionen sind notwendig:
- Demonstrationen und Proteste vor US-Botschaften und Militärbasen. Jeder Kriegsakt gegen Venezuela muss mit massivem öffentlichem Widerstand beantwortet werden.
- Boykott-Kampagnen gegen US-Unternehmen, die von der Aggression profitieren. Chevron und andere Ölkonzerne haben ein direktes wirtschaftliches Interesse an der Zerstörung der bolivarischen Revolution.
- Informationsarbeit in Gewerkschaften, Universitäten und Stadtteilen. Veranstaltungen mit venezolanischen Aktivisten organisieren, Dokumentarfilme zeigen, Diskussionen führen.
- Politischer Druck auf die deutsche Regierung und die EU. Deutschland darf sich nicht zum Komplizen der US-Aggression machen. Keine Anerkennung des selbsternannten Präsidenten wie Guaidó, keine Beteiligung an Sanktionen.
- Materielle Unterstützung durch Solidaritätskampagnen. Medizinische Ausrüstung, Nahrungsmittel und andere Güter können helfen, die Auswirkungen der Sanktionen zu mildern.
Die Geschichte lehrt uns, dass imperialistische Interventionen katastrophale Folgen haben. Schauen wir auf Libyen: Einst das reichste Land Afrikas mit der höchsten Lebenserwartung, ist es heute ein gescheiterter Staat, in dem offene Sklavenmärkte existieren. Schauen wir auf den Irak: Über eine Million Tote, ein zerstörtes Land, endloser Krieg. Schauen wir auf Afghanistan: Zwei Jahrzehnte Besatzung, Zehntausende Tote Frauen und Kinder und ein wirtschaftlich zerstörtes Land.
Venezuela darf nicht das nächste Opfer werden. Die bolivarische Revolution, mit all ihren Widersprüchen und Schwächen, repräsentiert die Hoffnung von Millionen Menschen auf ein Leben in Würde, frei von brutaler imperialistischer Ausbeutung.
Es ist die Aufgabe der Antiimperialisten, Venezuela gegen die Aggression zu verteidigen!
Der Kampf um Venezuela ist Teil des weltweiten Kampfes gegen den Imperialismus. Jede progressive Bewegung, jede sozialistische Organisation, jede antiimperialistische Kraft muss verstehen: Wenn Venezuela fällt, werden die USA ermutigt, weitere Angriffe zu starten. Kuba könnte das nächste Ziel sein, Nicaragua, Bolivien - jedes Land, das es wagt, den USA zu widersprechen.
Die Verteidigung Venezuelas ist keine Frage der bedingungslosen Unterstützung jeder einzelnen Handlung der Maduro-Regierung. Es ist eine Frage des Antiimperialismus, der Solidarität mit einem Volk, das sein Recht auf Selbstbestimmung verteidigt.
Der legendäre Revolutionär Che Guevara sagte einst: „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker." Diese Zärtlichkeit muss sich heute in konkreten Taten manifestieren. Jeder von uns, der in den imperialistischen Zentren lebt, trägt eine besondere Verantwortung. Wir müssen der Kriegsmaschinerie Sand ins Getriebe streuen, den Protest auf die Straße tragen, die Wahrheit gegen die Lügenpropaganda setzen.
Die venezolanische Revolution hat bewiesen, dass ein anderes Lateinamerika möglich ist - ein Lateinamerika der Völker, nicht der Konzerne. Diese Vision dürfen wir nicht sterben lassen.
Hände
weg von Venezuela!
Nieder mit dem US-Imperialismus!
Es lebe die internationale Solidarität!
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