Über diesen Blog

Dieser Blog ist eine Plattform für fundierte antiimperialistische Analysen, Standpunkte und konstruktive Diskussionsbeiträge. Wir verstehen uns als offener Raum für alle fortschrittlichen und revolutionären Kräfte, die sich konsequent und kompromisslos gegen den Imperialismus in all seinen Erscheinungsformen stellen.

Was ist Imperialismus?

Der Imperialismus ist die höchste und letzte Stufe des Kapitalismus, sein monopolistisches Stadium. Er entsteht zwangsläufig aus der inneren Entwicklungslogik des Kapitalismus selbst, wenn die freie Konkurrenz in ihr Gegenteil – das Monopol – umschlägt.
Lenin bestimmte fünf grundlegende ökonomische Merkmale des Imperialismus
  1. Konzentration der Produktion und des Kapitals, die eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht hat, dass sie Monopole schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen
  2. Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital und Entstehung einer Finanzoligarchie auf der Basis dieses „Finanzkapitals"
  3. Der Kapitalexport, im Unterschied zum Warenexport, gewinnt besonders wichtige Bedeutung
  4. Es bilden sich internationale monopolistische Kapitalistenverbände, die die Welt unter sich teilen
  5. Die territoriale Aufteilung der Erde unter die kapitalistischen Großmächte ist beendet
(W. I. Lenin: Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1916, LW Band 22)

Imperialismus als globale Herrschaftsstruktur

Entscheidend ist: Der Imperialismus ist kein bloßes außenpolitisches Verhalten einzelner Staaten, sondern eine globale Herrschaftsstruktur und ein objektives Ausbeutungsverhältnis. Die Welt ist im imperialistischen Stadium strukturell geteilt in imperialistische Zentren und abhängige, unterdrückte Nationen. Diese Teilung ergibt sich nicht aus subjektiver Aggression, sondern aus der ökonomischen Logik des Kapitalexports und der monopolistischen Weltmarktbeherrschung.

Gegen moderne Theorien einer „imperialistischen Pyramide", in der nahezu alle kapitalistischen Staaten als „imperialistisch" klassifiziert werden, muss festgehalten werden: Lenin unterschied klar zwischen imperialistischen Staaten (den kapitalistischen Großmächten mit entwickeltem Finanzkapital und Kapitalexport) und abhängigen, halbkolonialen oder kolonialen Ländern. Diese Unterscheidung ist keine moralische Kategorisierung, sondern eine Analyse der objektiven ökonomischen Stellung im internationalen kapitalistischen System.

Die Finanzoligarchie der imperialistischen Zentren extrahiert durch Kapitalexport, ungleichen Tausch und politisch-militärische Dominanz systematisch Mehrwert aus den abhängigen Ländern. Dieses Herrschaftsverhältnis durchzieht die gesamte Weltökonomie und schafft eine materielle Basis für die Spaltung der internationalen Arbeiterklasse (z.B. Herausbildung der Arbeiteraristokratie in den Zentren) sowie für die objektive revolutionäre Rolle der antiimperialistischen Befreiungsbewegungen.

Der imperialistische Staat fungiert dabei als politisches Instrument der Finanzoligarchie zur Sicherung der Maximalprofite durch Unterdrückung im Inneren und Expansion nach außen. Der Imperialismus verschärft alle Grundwidersprüche des Kapitalismus: den Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital, zwischen imperialistischen Mächten sowie zwischen imperialistischen Staaten und unterdrückten Völkern.

Der Hauptwiderspruch unserer Epoche

Der Hauptwiderspruch der heutigen Welt ist der zwischen dem von den USA und der NATO geführten imperialistischen Block einerseits und dem Recht der Völker auf nationale Selbstbestimmung andererseits. Dieser Widerspruch manifestiert sich im Kampf der ausgebeuteten und unterdrückten Klassen und Völker aller Länder gegen die imperialistische Hegemonie. Auf der einen Seite steht die aggressive Expansion des imperialistischen Lagers, das seine Vorherrschaft durch Kriege, Sanktionen, militärische Interventionen und neokoloniale Abhängigkeitsstrukturen durchzusetzen versucht. Auf der anderen Seite stehen die unterdrückten Völker, die um ihre Souveränität und Selbstbestimmung kämpfen, sowie die internationale Arbeiterklasse, deren Befreiungskampf gegen diese imperialistische Ordnung gerichtet ist.

Amílcar Cabral, Führer der antikolonialen Befreiungsbewegung in Guinea-Bissau und den Kapverden, unterstrich die Notwendigkeit, den Kampf gegen den Neokolonialismus als Kern der nationalen Befreiung zu begreifen:
„Die wichtigste Voraussetzung der nationalen Befreiung [ist] der Kampf gegen den Neokolonialismus. [...] Die nationale Befreiung [ist] notwendigerweise mit einer Revolution verbunden."
(Amílcar Cabral: Revolution in Guinea, Monthly Review Press, 1969)

Kwame Nkrumah, erster Präsident Ghanas und Theoretiker des Neokolonialismus, analysierte die Fortsetzung imperialistischer Herrschaft nach der formalen Entkolonialisierung:
„Das Wesen des Neokolonialismus besteht darin, dass der Staat, der ihm unterworfen ist, theoretisch unabhängig ist und über alle äußeren Attribute internationaler Souveränität verfügt. In Wirklichkeit jedoch wird sein Wirtschaftssystem und damit auch seine Politik von außen gelenkt."
(Kwame Nkrumah: Neo-Colonialism, The Last Stage of Imperialism, Thomas Nelson & Sons, London 1965)

Der antiimperialistische Kampf der unterdrückten Nationen ist objektiv Teil des weltweiten Klassenkampfes gegen die Herrschaft des Monopolkapitals – nicht weil jeder Staat gleichermaßen „imperialistisch" wäre, sondern gerade weil die strukturelle Ungleichheit überwunden werden muss.

Warum wir kämpfen

Der Kampf gegen den Imperialismus ist für uns keine theoretische Übung, sondern eine dringliche historische Notwendigkeit. Er ist untrennbar verbunden mit der Befreiung der unterdrückten Völker und der grundlegenden Überwindung der kapitalistischen Weltordnung.

Der Imperialismus manifestiert sich heute in vielfältigen Formen: in endlosen Kriegen um Ressourcen und geostrategische Vorteile, in der systematischen ökonomischen Ausplünderung ganzer Kontinente durch ungleiche Handelsbeziehungen und Schuldenknechtschaft, sowie in Stellvertreterkriegen, die bewusst angezettelt werden, um imperialistische Interessen durchzusetzen. Die Kosten dieser Politik werden stets von denjenigen getragen, die am wenigsten davon profitieren: der internationalen Arbeiterklasse und den unterdrückten Völkern des globalen Südens.

Gegen imperialistische Vasallen und Handlanger

Unser Widerstand richtet sich nicht nur gegen die imperialistischen Zentren (namentlich die NATO und die USA) selbst, sondern auch gegen ihre regionalen Verbündeten und Handlanger, die als Vollstrecker imperialistischer Interessen fungieren.

Die Ukraine unter dem Kiewer Regime ist zu einem Rammbock der NATO gegen Russland geworden – ein Stellvertreterkrieg, der auf dem Rücken des ukrainischen Volkes ausgetragen wird. Das Land wurde systematisch in die NATO-Strukturen eingebunden, militärisch aufgerüstet und als Aufmarschgebiet gegen Russland missbraucht. Dabei spielen faschistische Kräfte eine zentrale Rolle bei der Kriegsvorbereitung und -führung: Bataillone wie Asow, Aidar und der Rechte Sektor, die offen die Tradition der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) unter Stepan Bandera hochhalten, wurden in die regulären Streitkräfte und Sicherheitsorgane integriert. Diese Formationen waren maßgeblich am Putsch von 2014 beteiligt und führen seitdem einen terroristischen Krieg gegen die russischsprachige Bevölkerung im Donbass. Die OUN hatte im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis kollaboriert und war an Massakern an Juden und Polen beteiligt. 

Der Historiker Grzegorz Rossoliński-Liebe, der die erste umfassende wissenschaftliche Biographie Banderas verfasste, stellt fest:
„Die OUN ahmte die italienischen Faschisten und die deutschen Nationalsozialisten nach und kooperierte mit ihnen."
(Grzegorz Rossoliński-Liebe: Stepan Bandera: The Life and Afterlife of a Ukrainian Nationalist. Fascism, Genocide, and Cult, Ibidem-Verlag, Stuttgart 2014)

Heute werden Bandera und die OUN staatlich glorifiziert – mit Denkmälern, Straßenbenennungen und offiziellen Feiertagen. Diese faschistische Ideologie dient dazu, den antirussischen Hass zu schüren, jede Opposition zu kriminalisieren und das ukrainische Volk als Kanonenfutter für die NATO-Strategie der Einkreisung Russlands zu mobilisieren. Kommunistische Parteien sind verboten, linke Gewerkschafter werden verfolgt und ermordet, russischsprachige Bevölkerungsteile werden systematisch unterdrückt. Der Konflikt dient ausschließlich den geostrategischen Interessen des US-Imperialismus, der Russland schwächen und einkreisen will.

Zu diesen imperialistischen Handlangern zählen wir auch das zionistische Regime in Tel Aviv, das einen besonders aggressiven Siedlerkolonialismus verkörpert. Dieses Regime ist aufs engste mit dem Imperialismus verflochten und dient als dessen militärischer Brückenkopf im Nahen Osten. Es tritt systematisch und brutal die grundlegendsten Rechte des palästinensischen Volkes mit Füßen – durch fortgesetzte Landenteignung, militärische Besatzung, Vertreibung und staatlichen Terror.

George Habash, Gründer der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), formulierte die untrennbare Verbindung zwischen dem palästinensischen Befreiungskampf und dem weltweiten antiimperialistischen Kampf:
„Die imperialistische, zionistische Allianz sichert nicht nur die imperialistischen Interessen, sondern auch die zionistischen Interessen und die Interessen der herrschenden reaktionären bürgerlichen Klasse in der Region."
(George Habash, zitiert in: Resistance: My Life for the Liberation of Palestine, hrsg. Ahmad Ziad und Mazen Alqadi, Pluto Press, London 2023)

Der Fall Palästinas ist ein exemplarisches Beispiel dafür, wie nationale Unterdrückung, koloniale Siedlungspolitik und imperialistische Hegemonie zu einem System der Ausbeutung und Entrechtung verschmelzen.

Unsere Ziele und Methoden

Unser Anliegen ist es, durch kritische Analysen, theoretischen Austausch und die Verbreitung antiimperialistischer Perspektiven eine Plattform für den Widerstand gegen den Imperialismus zu schaffen. Wir wollen:
  • Theoretische Klarheit schaffen über die Funktionsweise des Imperialismus und seine verschiedenen Erscheinungsformen in der heutigen Welt
  • Solidarität organisieren mit den unterdrückten Völkern und ihren Befreiungskämpfen – von Palästina über den Donbass bis nach Lateinamerika und Afrika
  • Widerstand bündeln gegen imperialistische Kriegspolitik und Sanktionen
  • Klassenbewusstsein stärken in der internationalen Arbeiterklasse über die Verbindung zwischen kapitalistischer Ausbeutung im Inneren und imperialistischer Unterdrückung nach außen
  • Gegenöffentlichkeit aufbauen zu den Propagandalügen der imperialistischen Medien
Wir verstehen den antiimperialistischen Kampf als vielschichtigen, internationalen Kampf gegen die Herrschaft des Monopolkapitals und die aggressive Hegemonialpolitik des imperialistischen Blocks – unabhängig davon, unter welcher Flagge diese auftreten.

Wir sind überzeugt: Nur durch den gemeinsamen, international koordinierten Kampf gegen Ausbeutung, imperialistische Kriege und systematische Unterdrückung kann die internationale Arbeiterklasse in Verbindung mit den unterdrückten Nationen die kapitalistische Weltherrschaft brechen und den Weg zu einer sozialistischen Weltordnung ebnen – einer Ordnung, die auf Solidarität, Freiheit und der Gleichheit aller Völker basiert.

Wir laden alle ein, die diese Überzeugungen teilen, sich an diesem Projekt zu beteiligen, ihre Perspektiven einzubringen und gemeinsam mit uns für eine befreite Welt zu kämpfen.

Kampf dem Imperialismus – für die Freiheit der Völker!
Nieder mit dem Zionismus – Viva Palästina!

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