Palästina und der Zionismus: Klassenkampf, imperialistische Weltordnung und der Weg zur Befreiung



"Modern Zionism is the ideology, a ramified system of organisations and the practical politics of the wealthy Jewish bourgeoisie which has closely allied itself with monopoly circles in the USA and other imperialist countries. The main content of Zionism is bellicose chauvinism and anti-communism." [1]

Einleitung: Die Palästinafrage als Klassenfrage im Zentrum des Weltklassenkampfes

Die Palästinafrage ist weder eine religiöse noch eine rein politische Angelegenheit, sie ist eine Klassenfrage, eine Frage der imperialistischen Weltordnung und des globalen Kampfes zwischen Unterdrückern und Unterdrückte. Wer die großen Entwicklungen in der Welt begreifen will, muss sich über die zentralen Widersprüche der Epoche im Klaren sein.

Der Hauptwiderspruch unserer Epoche ist der zwischen den imperialistischen Ländern und den Kräften der nationalen Befreiung und Unabhängigkeit. Der Widerspruch zwischen Imperialismus und den unterdrückten Nationen und Völkern.

Weitere zentrale Widersprüche der Epoche sind:

1. der Widerspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat in den imperialistischen Ländern;

2. die Widersprüche zwischen den imperialistischen Ländern untereinander;

3. der allen zugrunde liegende Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital.

Dieser grundlegende Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital manifestiert sich auf internationaler Ebene als Gegensatz zwischen Imperialismus und unterdrückten Nationen, während er sich innerhalb der imperialistischen Länder als Widerspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat zeigt.

Die imperialistische, US-geführte Weltordnung befindet sich im Untergang. Die neue Welt der Multipolarität ist geprägt von einer noch nie dagewesenen Süd-Süd-Kooperation, der Ablehnung westlicher Finanz-Institutionen sowie dem Aufstieg der Partnerschaft zwischen Russland, Iran und China. Diese Entwicklungen beschleunigen den Übergang zu einer multipolaren Welt weiter. Der US-Imperialismus ist nicht in der Lage, seine Hegemonie aufrechtzuerhalten. Weder die massive Aufrüstung des US-Militärs noch protektionistische Zollregime werden den unvermeidlichen Niedergang der USA aufhalten können. Diese Entwicklungen stürzen den US-geführten NATO-Block in eine tiefe Krise.

In diesem Kontext gewinnt die Palästinafrage an Bedeutung. Der palästinensische Widerstand ist Teil eines globalen antiimperialistischen Kampfes, der sich auf alle Kontinente erstreckt. Vom seit 2023 wiederbelebten palästinensischen Widerstand bis zum antiimperialistischen Aufschwung im Sahel verschärft sich der globale Wiederspruch, und mit ihm auch die Krise des Imperialismus. Angesichts der Bedrohung ihrer Hegemonie hat die imperialistische Bourgeoisie ihre Doppelstrategie aus imperialistischer Aggression nach außen und zunehmend autoritärer Unterdrückung im Inland intensiviert. Auf internationaler Ebene zeigt sich dies am anhaltenden Genozid in Gaza, an den von den USA unterstützten Destabilisierungskampagnen in Syrien und Venezuela oder am Angriff auf das jemenitische Volk wegen seines heroischen Widerstands gegen den Zionismus.

Der Klassencharakter des Zionismus - Historische Wurzeln und ideologische Funktion

Der Zionismus trat Ende des 19. Jahrhunderts nicht als Befreiungsbewegung auf, sondern fungierte als ideologisches und organisatorisches Instrument der jüdischen Bourgeoisie im Bündnis mit dem Finanz- und Monopolkapital. Die zionistische Ideologie stellt nicht den Ausdruck nationaler Selbstbestimmung dar, sondern verkörpert deren Gegenteil. Er präsentiert sich zwar als Bewegung zur Wiederherstellung eines jüdischen „Nationalheims“, doch tatsächlich beruht dieses Programm auf einer grundlegend falschen Voraussetzung: der Annahme, dass es so etwas wie ein einheitliches „jüdisches Volk“ oder eine „jüdische Nation“ gebe. Historisch, sozial und ökonomisch gesehen gab es keine jüdische Nation im eigentlichen Sinn des Wortes. Jüdinnen und Juden lebten über Jahrhunderte hinweg in verschiedenen Ländern, unter unterschiedlichen Produktionsverhältnissen, Sprachen und Kulturen. Sie bildeten religiöse Gemeinschaften innerhalb und als Teil bestehender Nationen, aber keine eigenständige Nation mit einem gemeinsamen Territorium, einer einheitlichen Wirtschaft, Sprache oder einer Kultur - den elementaren Voraussetzungen für die Bestimmung einer Nation.

Die Vorstellung eines „jüdischen Volkes“ ist eine ideologische Konstruktion, die von der zionistischen Bewegung gezielt geschaffen wurde, um die Gründung eines kolonialen Projekt zu legitimieren. Der Zionismus verwandelte religiöse und kulturelle Gemeinsamkeiten in eine politische Kategorie und erklärte sie zur nationalen Identität. Damit wurde ein fiktives nationales Kollektiv konstruiert, das als Träger eines angeblichen Anspruchs auf Land und Souveränität dienen sollte.

Dieser ideologische Akt war notwendig, um die Kolonisierung Palästinas als „nationale Rückkehr“ und nicht als das zu präsentieren, was sie tatsächlich war: ein koloniales Eroberungsprojekt. Der Zionismus brauchte die Illusion eines „Volkes ohne Land“, um die Enteignung eines Landes, das sehr wohl von einem anderen Volk bewohnt war, moralisch zu rechtfertigen.


Der Zionismus täuscht den Juden eine nationale Einheit und Volkszugehörigkeit vor, die nie existierten. Er ersetzt die objektive Realität durch eine religiös-mythische Erzählung - eine Erzählung, die den Interessen der herrschenden Klassen in den imperialistischen Zentren dient.

Erstens manifestiert sich der Zionismus als Projekt gegen die arabischen Völker, da er koloniale Herrschaftsverhältnisse in der Region verfestigt. Der zionistische Staat entstand nicht als Befreiungsprojekt eines unterdrückten Volkes, sondern als siedlerkoloniales Projekt unter dem Schutz und mit der Unterstützung der Imperialisten. Er wurde aus den bestehenden kolonialen Strukturen des Nahen Ostens geboren und zum militärischem sowie politischem Eckpfeiler ausgebaut. Damit vertiefte die Staatsgründung der zionistischen Entität die territoriale, ökonomische und politische Zersplitterung der arabischen Welt - ein Zustand, der die Durchsetzung der imperialistischen Agenda erleichtert und jede gemeinsame anti-imperialistische Entwicklung blockiert.

Zweitens richtet sich der Zionismus gegen die jüdische Arbeiterklasse selbst. Anstatt die unterdrückten jüdischen Massen in Europa oder anderswo in den internationalen Klassenkampf einzubinden, kanalisiert der Zionismus ihre Hoffnungen und Ängste in eine nationalistische und reaktionäre Perspektive. Er ersetzt soziale Emanzipation durch ethnische Identifikation und nationalen Pathos. Indem er den Klassenkampf negiert und stattdessen eine kollektive nationale Mission postuliert, entfremdet der Zionismus die jüdischen Werktätigen von ihren Klasseninteressen und bindet sie ideologisch, politisch und ökonomisch an das Projekt des "jüdischen Staates".

Drittens richtet sich der Zionismus gegen die internationale revolutionäre Bewegung insgesamt. Die zionistische Bewegung wurde systematisch von Großkonzernen, Monopolen und den führenden imperialistischen Staaten aufgebaut. Auch als Gegenreaktion auf den Aufstieg des Marxismus in der Arbeiterbewegung und unter den jüdischen Massen. Während in Europa jüdische Arbeiter zentrale Rollen in der russischen Revolution spielten und am Aufbau antifaschistischer Staaten in Osteuropa nach der Befreiung durch die Rote Armee beteiligt waren, während Juden in Asien, Afrika und dem Nahen Osten aktiv in antiimperialistischen Befreiungskriegen und antikolonialen Kämpfen standen, bot der Zionismus ein Gegenprojekt. Statt die Einheit der Unterdrückten über nationale, ethnische und religiöse Grenzen hinweg zu fördern, reproduziert er Spaltung, Rassismus und Chauvinismus. Er isoliert jüdische Arbeiter von ihren arabischen Klassengeschwistern und positioniert sie in einem künstlich geschaffenen Gegensatz.

So erfüllt der Zionismus eine klassische Funktion innerhalb des imperialistischen Systems. Er stabilisiert die Herrschaft durch Spaltung und Eingehung. Indem er ein Volk unterdrückt, verhindert er den gemeinsamen Klassenkapf, er sabotiert fortschrittliche Bewegungen und stellt sicher, dass der Nahe Osten in permanente Konflikte verstrickt bleibt, aus denen der Imperialismus geopolitische und ökonomische Vorteile zieht.

Der Zionismus ist somit ein bewusst konstruierter Mechanismus zur Aufrechterhaltung des Imperialismus. Seine Aufgabe besteht darin, eine ideologische Loyalität zu schaffen, die soziale Kämpfe neutralisiert und die imperialistische Ordnung stabil hält.

In diesem Sinn ist der Zionismus kein Ausdruck jüdischer Selbstbestimmung, denn es gibt keine jüdische Nation, die sich befreien könnte. Er ist vielmehr ein Hindernis für jede echte Emanzipation, jüdisch, arabisch, international. Die Überwindung des Zionismus ist daher nicht nur eine nationale Aufgabe der Palästinenser, sondern ein integraler Bestandteil des weltweiten Kampfes gegen Imperialismus, Kolonialismus und Unterdrückung.

Entstehung in der imperialistischen Epoche

Der Zionismus entstand nicht im luftleeren Raum, sondern in einer klar bestimmbaren historischen Epoche: jener Phase des Kapitalismus, in der er in sein imperialistisches Stadium überging. Diese Epoche, die Lenin als „höchstes Stadium des Kapitalismus“ bezeichnete, ist geprägt von der Konzentration des Kapitals, der Herausbildung von Monopolen, der Fusion von Industrie- und Bankkapital zum Finanzkapital sowie vom Kampf der Großmächte um die Neuaufteilung der Welt.

In der Herausbildung des Monopolkapitalismus, entstand der Zionismus als bürgerlich-nationalistische Antwort auf die Krise des europäischen Judentums. Eine Krise, die nicht durch nationale oder religiöse Diskriminierung allein bestimmt war, sondern durch die sozialen Widersprüche zwischen der sich herausbildenden jüdischen Bourgeoisie und der proletarischen Verelendung der jüdischen Massen.

Statt den jüdischen Werktätigen den Weg der klassenmäßigen Emanzipation zu weisen - also den gemeinsamen Kampf mit den restlichen Teilen der Arbeiterklasse gegen Ausbeutung, Antisemitismus und Unterdrückung -, bot der Zionismus ihnen die Schaffung eines eigenen Kolonial-Staates an.

Diese „Lösung“ war reaktionär. Sie ersetzte die Perspektive des Klassenkampfes durch ein Projekt der Besatzung und Vertreibung, das sich in die imperialistisch-koloniale Weltordnung einfügte.

Herzl und die koloniale Logik des Zionismus

Theodor Herzl, Begründer der zionistischen Bewegung, war kein Sozialreformer, sondern ein Vertreter des liberalen Bürgertums, der die soziale Basis des Antisemitismus nicht verstand und auch nicht verstehen wollte. In seinem Hauptwerk „Der Judenstaat“ (1896) erklärte er offen, dass das „Judenproblem“ nicht durch den Kampf um Gleichberechtigung innerhalb der bestehenden Gesellschaften gelöst werden könne, sondern durch die Gründung eines eigenen Staates außerhalb Europas.

Herzls Vision eines jüdischen Staates war von Anfang an ein koloniales Projekt, nicht ein nationales Befreiungsprojekt. Er betrachtete den Kolonialismus als legitimes und notwendiges Mittel zur „Lösung“ der sogenannten Judenfrage. Seine Schriften zeigen unmissverständlich, dass er die Kolonisierung Palästinas als Teil des europäischen Zivilisationsauftrags verstand - als Beitrag zur Ausdehnung der „westlichen Kultur“ in die vermeintlich „barbarischen“ Gebiete Asiens und Afrikas.

Herzl verhandelte systematisch mit den Herrschern der imperialistischen Staaten: mit dem britischen Außenminister, dem deutschen Kaiser und dem osmanischen Sultan. Er suchte nicht die Unterstützung der jüdischen Massen, sondern die Patronage der Großmächte. Sein Ziel war es, das zionistische Projekt als nützliches Instrument in die geopolitische Strategie der europäischen Imperialmächte einzubetten.

Herzl schrieb offen über die Funktion eines künftigen jüdischen Staates:

„Wir wären dort ein Stück des Walls gegen Asien, ein Vorposten der Zivilisation gegen die Barbarei.“ [2]

Diese Aussage ist nicht bloß eine beiläufige Formulierung - sie fasst das Wesen des zionistischen Projekts präzise zusammen. Der geplante „jüdische Staat“ sollte als verlängerter Arm des europäischen Imperialismus existieren. Seine Aufgabe bestand darin, als kulturelle, militärische und ökonomische Bastion des Westens in einer Region zu dienen, welche die imperialistischen Mächte als strategisch entscheidend betrachteten - insbesondere wegen ihrer Lage zwischen Asien, Afrika und Europa sowie ihrer Ressourcen.

Während revolutionäre Bewegungen in Europa und Russland den kapitalistischen Staat und die Klassengesellschaft infrage stellten, bemühte sich der Zionismus darum, die jüdische Bourgeoisie als loyalen Teil der imperialistischen Ordnung zu positionieren.

Herzl und seine Nachfolger präsentierten das zionistische Projekt als „zivilisatorische Mission“ - eine Sprache, die direkt aus dem Arsenal des europäischen Kolonialismus stammte. In dieser Rhetorik offenbart sich die strukturelle Komplizenschaft zwischen Zionismus und Kolonialismus: Beide teilen die derselbe ideologischen Grundlage - der Vorstellung einer hierarchischen Weltordnung, in der die „fortgeschrittenen Nationen“ das Recht (und die Pflicht) hätten, „rückständige“ Völker zu dominieren, zu „entwickeln“ oder zu verdrängen.

Indem der Zionismus die jüdische Frage auf den Boden des Kolonialismus verlagerte, entzog er ihr jeden emanzipatorischen Inhalt. Aus der sozialen und politischen Unterdrückung der Juden in Europa wurde kein Antrieb für internationalen Klassenkampf, sondern ein Vorwand für ein koloniales Abenteuer. Der resultierende Staat war daher nicht das Produkt einer nationalen Befreiung, sondern das Ergebnis einer kolonialen Besatzung auf fremden Gebiet.

Das Bündnis mit dem britischen Imperialismus

Von Beginn an stand der Zionismus in einem eng verflochtenen Bündnis mit dem britischen Imperialismus. Die Balfour-Deklaration von 1917, in der Großbritannien die Errichtung einer „nationalen Heimstätte“ für das jüdische Volk in Palästina versprach, war kein Akt humanitärer Gesinnung oder moralischer Fürsorge, sondern Ausdruck imperialistischer Kalkulation. Großbritannien verfolgte strategische Interessen: Palästina lag an einem Knotenpunkt, der den Zugang zum Suezkanal, zu den reichen Ölfeldern des Nahen Ostens und zur Handelsroute nach Indien sicherte. Die Sicherung eines loyalen, innenpolitisch zuverlässigen Stützpunkts in dieser Region war für die britische Kriegs- und Wirtschaftspolitik von entscheidender Bedeutung.

Die zionistischen Führer sahen in dieser Allianz eine Möglichkeit, ihre eigenen kolonialen Ambitionen zu verwirklichen. Sie positionierten sich bereitwillig als verlässliche Agenten imperialistischer Interessen, wobei sie die illusionäre Vorstellung eines „nationalen Heims“ mit der konkreten Unterstützung imperialistischer Expansion verbanden.

Während des britischen Mandats über Palästina (1920–1948) arbeiteten die zionistischen Organisationen systematisch mit den britischen Kolonialbehörden zusammen, um palästinensischen Widerstand zu unterdrücken. Die Haganah, Palmach und andere paramilitärische Gruppierungen fungierten faktisch als Hilfstruppen der britischen Kolonialmacht, besonders während der Großen Arabischen Revolte von 1936–1939. Diese Revolte, ausgelöst durch massive Landenteignungen und Marginalisierung der palästinensischen Bevölkerung, wurde mit zionistischer Unterstützung brutal niedergeschlagen.

Darüber hinaus übernahmen zionistische Organisationen administrative und wirtschaftliche Aufgaben, die das britische Mandat direkt stabilisierten. Sie etablierten Siedlungen, wirtschaftliche Infrastruktur und Kommunikationsnetze, die nicht nur die zukünftige Staatsgründung Israels vorbereiteten, sondern auch die britische Herrschaft in Palästina festigten. In dieser Kooperation zeigt sich die Klassenbasis des Zionismus: Statt die jüdischen Werktätigen in einen internationalen Klassenkampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu führen, wurden sie in eine nationalistische, kapitalistische Kolonialstrategie eingebunden.

Das Bündnis mit dem britischen Imperialismus war somit keine kurzfristige taktische Entscheidung, sondern Ausdruck einer strategischen, langfristigen Ausrichtung: Die zionistische Bewegung nutzte den britischen Machtapparat als Mittel zur eigenen Etablierung, während sie gleichzeitig zur Stabilisierung der imperialistischen Kontrolle über Palästina beitrug. Dieses historische Bündnis macht deutlich, dass der Zionismus nicht als neutrales nationales Projekt verstanden werden kann, sondern als ein Instrument kapitalistischer und imperialistischer Politik, das Klasseninteressen über nationale Solidarität stellte.

Zionismus als Form des Siedlerkolonialismus

L. Allday und S. Saleh argumentieren zutreffend: 

„Der Zionismus begann und entwickelte sich als reaktionäre politische Ideologie, die sich mit kapitalistischen, imperialistischen, antisemitischen, rechten und faschistischen Kräften verbündete." [3

Der Zionismus ist eine Form weißer Vorherrschaft, die ihre Wurzeln in den europäischen Kolonialprojekten des 19. Jahrhunderts hat und spielte eine stärkere Rolle in der ideologischen Infrastruktur, die Rassismus, Faschismus und Imperialismus normalisiert.

In einer Resolution der Organisation für Afrikanische Einheit aus dem Jahr 1975 wurde der Zionismus als eine Form „rassistischen Kolonialismus" beschrieben, der einen „gemeinsamen imperialistischen Ursprung" mit den „rassistischen Regimen in Simbabwe und Südafrika" habe. [4] Diese Charakterisierung erfasst die strukturelle Ähnlichkeit zwischen dem zionistischen Projekt und anderen Formen des Siedlerkolonialismus: die systematische Vertreibung der indigenen Bevölkerung, die Aneignung von Land und Ressourcen, die Errichtung eines rassistischen Herrschaftssystems.

Der Siedlerkolonialismus unterscheidet sich vom klassischen Kolonialismus dadurch, dass es nicht primär um die Ausbeutung einheimischer Arbeitskraft geht, sondern um die Eliminierung der indigenen Bevölkerung und ihre Ersetzung durch Siedler. Der israelische Historiker Ilan Pappé hat diese Logik als „logic of elimination" beschrieben - eine Logik, die von Anfang an im Zentrum des zionistischen Projekts stand.

Die Nakba: Das Gründungsverbrechen des zionistischen Staates

Die Errichtung des Staates Israel im Jahr 1948 war ein eindeutig kolonisatorischer Akt, begleitet von systematischen Massakern, Vertreibung und Enteignung. Die Nakba („Katastrophe“) war dabei kein tragischer Unfall, keine bedauerliche Begleiterscheinung eines „Unabhängigkeitskrieges“, wie es in der bürgerlichen Geschichtsschreibung oft euphemistisch dargestellt wird, sondern das zentrale und notwendige Element der zionistischen Strategie. Sie verdeutlicht einmal mehr den Charakter des Projekts: die Schaffung eines ethnisch exklusiven jüdischen Staates auf Kosten der bereits in der Region lebenden Bevölkerung.

  • Über 500 palästinensische Dörfer wurden zerstört, ihre Bewohner vertrieben oder getötet.
  • Etwa 750.000 Palästinenser, mehr als die Hälfte der damaligen palästinensischen Bevölkerung, wurden zur Flucht gezwungen.
  • Systematische Massaker ereigneten sich in Orten wie Deir Yassin, Tantura, Lydda und zahlreichen weiteren Dörfern.
  • Land, Häuser und anderer Besitz wurden enteignet, oftmals unter direkter administrativer Kontrolle zionistischer Kräfte.
  • Palästinensische Ortsnamen wurden systematisch ausgelöscht und durch hebräische Namen ersetzt, um die historische Präsenz der einheimischen Bevölkerung zu verschleiern.

Dieses Verbrechen war integraler Bestandteil der zionistischen Strategie. David Ben-Gurion, einer der führenden Köpfe der zionistischen Bewegung, formulierte dies offen: „Wir müssen die Araber vertreiben und ihren Platz einnehmen.“ Die ethnische Säuberung war somit kein Exzess einzelner Militäraktionen, sondern die Umsetzung eines langfristig geplanten Programms zur Schaffung eines „rein jüdischen“ Staates.

Die historische Forschung, insbesondere die Arbeiten von Ilan Pappé, hat auf Grundlage israelischer Militärarchive nachgewiesen, dass die ethnische Säuberung systematisch vorbereitet und durchgeführt wurde. Der „Plan Dalet“ vom März 1948 sah explizit die Zerstörung palästinensischer Dörfer und die Vertreibung ihrer Bevölkerung vor. Dies war kein spontaner Kriegsvorgang, sondern ein organisierter, vorsätzlicher Akt der ethnischen Säuberung, eine strategische Maßnahme im Rahmen der Staatsgründung.

Die Rolle des US-Imperialismus bei der Staatsgründung

Die Gründung Israels wäre ohne massive Unterstützung imperialistischer Staaten nicht möglich gewesen. Nach dem Ende des britischen Mandats trat vor allem der US-Imperialismus als entscheidender Schutz- und Aufbaupartner auf. Die Vereinigten Staaten erkannten Israel innerhalb kurzer Zeit nach dessen Ausrufung an und begannen rasch, den neuen Staat militärisch und ökonomisch auszurüsten.

In der Nachkriegsordnung des Nahen Ostens benötigten die USA einen verlässlichen Verbündeten, der die wachsenden antiimperialistischen und nationalen Befreiungsbewegungen in der Region kontrollieren konnte. Die 1950er und 1960er Jahre waren geprägt von revolutionären Erhebungen. Die ägyptische Revolution unter Nasser, die irakische Revolution von 1958, die algerische Unabhängigkeitsbewegung und die Gründung der Palästinensischen Befreiungsorganisation. All diese Bewegungen bedrohten die westliche Kontrolle über Ölressourcen und strategische Positionen.

Israel wurde zur Bastion westlicher Interessen in der Region: gegen die arabische Revolution, gegen den arabischen Sozialismus und gegen jede Form antiimperialistischer Orientierung. Der neu geschaffene Staat diente damit nicht nur der Sicherung zionistischer nationaler Ambitionen, sondern zugleich als zentrales Instrument der Konterrevolution im Nahen Osten. In diesem Sinne war die Nakba nicht nur ein nationales Trauma für die Palästinenser, sondern auch ein geopolitisches Werkzeug, das den Interessen des Imperialismus diente.

Die fortlaufende Nakba

Die Nakba von 1948 war kein einmaliges historisches Ereignis, das mit der Staatsgründung Israels abgeschlossen wurde, sondern der Beginn eines langanhaltenden, systematischen Prozesses der Vertreibung, Enteignung und Ermordung der palästinensischen Bevölkerung. Die Logik der ethnischen Säuberung setzte sich in den folgenden Jahrzehnten fort und manifestierte sich in der israelischen Besatzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens, der Golanhöhen und der Sinai-Halbinsel nach dem Sechstagekrieg von 1967. Diese territorialen Eroberungen eröffneten neue Möglichkeiten für die Fortsetzung kolonialer Politik. Die systematische Zerstörung palästinensischer Häuser, die fortlaufende Enteignung von Land und die Einrichtung von militärischen Kontrollzonen.

Die anhaltende Siedlungspolitik im Westjordanland, die Errichtung von Mauern und Sperrzonen sowie die seit 2007 bestehende Belagerung des Gazastreifens zeigen, dass die ursprüngliche Nakba kein abgeschlossenes Kapitel war. Vielmehr handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozess, in dem die ethnische und politische Säuberung der Palästinenser strukturell fortgesetzt wird. Jede Eskalation, jede militärische Offensive und jede Expansion israelischer Siedlungen sind nicht spontane Reaktionen, sondern integrale Bestandteile desselben kolonialen und genozidalen Projekts, das 1948 seinen Ausgang nahm.

Die völkermörderische Natur des Zionismus war von Anfang an angelegt. Sie ist nicht auf Einzelfälle oder „Exzesse“ militärischer Konflikte beschränkt. Ähnlich wie in anderen historischen und gegenwärtigen Systemen der Unterdrückung - zum Beispiel im US-amerikanischen Straf- und Polizeistaat, der sowohl langsame als auch schnelle Formen der Vernichtung gegen Schwarze und Indigene systematisch fortsetzt, ist auch der Zionismus strukturell auf die Eliminierung der indigenen Bevölkerung ausgelegt.

Der aktuelle Genozid im Gazastreifen ist somit die logische Konsequenz und Fortführung des siedlerkolonialen Projekts. Die systematische Kontrolle von Land, Wasser, Nahrung und Ressourcen, die Belagerung ganzer Gebiete und die militärische Unterdrückung sowie Vertreibung ziviler Bevölkerung spiegeln die Grundprinzipien der Nakba wider. Jede Form der Gewalt, von Bombardierungen über Blockaden bis hin zu gezielten Vertreibungen, setzt die Logik der ethnischen Säuberung fort, die seit der Gründung Israels zentraler Bestandteil der Staatsstrategie ist.

Israel - Bastion des Imperialismus

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Israel zum treuesten Verbündeten des US-Imperialismus im Nahen Osten. Der zionistische Staat fungiert dabei nicht nur als militärischer Partner, sondern als strategisches Labor des Westens: als Käufer und Produzent modernster Waffen, als Zentrum für Spionage und Geheimdienstoperationen, als Plattform für die Erprobung neuer Militärtechnologien. Die Politik Israels gegenüber den arabischen Nachbarstaaten - von aggressiven Interventionen im Libanon und Syrien bis zur dauerhaften Besatzung palästinensischer Gebiete, folgt konsequent der Logik imperialistischer Expansion. Jeder Angriff, jede Siedlungsinitiative und jede Blockade ist Teil eines umfassenden Plans, die regionale Vorherrschaft des zionistischen Staates sowie des Westens abzusichern und gleichzeitig die lokale arabische Bevölkerung zu kontrollieren.

Die Medien im Dienst des Imperialismus stellen Israel routinemäßig als „Demokratie" dar, als „einzige Demokratie im Nahen Osten", während Millionen Palästinenser entrechtet, belagert und bombardiert werden. Doch die Wahrheit ist offenkundig. Israel ist keine „Insel der Zivilisation", sondern ein bis an die Zähne hoch gerüsteter Außenposten des Imperialismus, dessen Existenz auf permanenter Gewalt gegen die arabischen Völker beruht.

Wirtschaftlich ist Israel eng verflochten mit den US-Monopolen. Die militärische Unterstützung der USA für Israel ist eine Investition in den wichtigsten US-Stützpunkt der Region. Die zionistische Entität erhält jährlich mehrere Millarden Dollar, gezahlt von den US-Bürgern. Diese Gelder fließen größtenteils zurück an US-amerikanische Rüstungskonzerne, da Israel verpflichtet ist, einen Großteil der Militärhilfe für US-amerikanische Waffen auszugeben.

Politisch führt Israel die Linie Washingtons in der Region durch, agiert als Vorposten gegen den Iran und alle Kräfte, die sich der US-Hegemonie widersetzen. Wie das Dokument „Caution: Zionism!" es ausdrückt, erfüllt der Zionismus „die praktische Politik der wohlhabenden jüdischen Bourgeoisie, die sich eng mit Monopolkreisen in den USA und anderen imperialistischen Ländern verbündet hat". Diese Charakterisierung behält ihre volle Gültigkeit.

Der zionistische Staat erfüllt dabei mehrere strategische Funktionen innerhalb des imperialistischen Lagers.

Erstens sichert Israel die Kontrolle über einen geostrategisch entscheidenden Raum. Die Region bildet einen Knotenpunkt für zentrale Handelsrouten, den Zugang zu Energieressourcen und die Verbindung zwischen drei Kontinenten. Als Reaktion auf die Militäroperationen der Ansar Allah (Huthis) im Roten Meer - bei denen mindestens 40 Schiffe (pro-)zionistischer Konzerne angegriffen wurden - starteten die USA im Dezember 2023 die Operation Prosperity Guardian. Parallel dazu initiierte die EU im Februar 2024 die eigenständige Operation Aspides, an der sich Deutschland mit der Fregatte Hessen beteiligte. Großbritannien beteiligte sich sowohl an der US-Operation als auch an direkten Luftangriffen auf Huthi-Stellungen im Jemen gemeinsam mit den USA. Bei diesen Angriffen wurden mindestens 238 Zivilisten getötet. Die US-Streitkräfte verloren dabei zwei Kampfjets vom Typ F-18. Die Aktionen der als islamistische Terrorgruppe bezeichneten Organisation hatten erhebliche wirtschaftliche Folgen: Zwischen November und Dezember 2023 führten die Huthi-Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer zu einem Rückgang des globalen Handels um 1,3 Prozent. Bis März 2024 hatten über 2.000 Schiffe ihre Routen vom Roten Meer weg verlegt und nahmen kostspielige Umwege in Kauf. Das imperialistische Handelsnetzwerk wurde direkt attackiert, die Kapitalakkumulation gestört - was den US-Militäreinsatz motivierte.

Angesichts des schwindenden globalen Einflusses der USA wird die Kontrolle solcher Schlüsselpositionen noch zentraler. Israel fungiert dabei als Bollwerk westlicher Machtprojektion und als gesicherter Stützpunkt für militärische Interventionen. 

Zweitens sichert Israel die intensive ökonomische Ausbeutung. Palästinensisches Land wird systematisch enteignet, die palästinensische Bevölkerung in rechtlicher, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht marginalisiert. Arbeitskräfte aus den besetzten Gebieten wie auch migrantische Arbeiter aus dem Globalen Süden werden unter prekären, oft sklavenähnlichen Bedingungen eingesetzt. Die palästinensische Wirtschaft ist vollständig der israelischen untergeordnet und dient als „captive market“ für israelische Waren. Auch die Monopole aus den USA, Großbritannien oder auch Frankreich sowie Deutschland und vielen anderen imperialistischen Staaten, verdienen an der Entrechtung der Palästinenser.

Drittens erfüllt Israel eine ideologische Funktion. Der Zionismus verbindet chauvinistischen Nationalismus mit offenem Antikommunismus. Seit seiner Gründung hat Israel konsequent die revolutionären und antiimperialistischen Bewegungen in der Region bekämpft, von der ägyptischen Revolution unter Nasser über die palästinensische Linke bis zu progressiven Kräften im Libanon, in Syrien und im Irak. Linke palästinensische Organisationen wie die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) oder die Demokratische Front zur Befreiung Palästinas (DFLP) wurden gezielt unterdrückt, weil sie den Kampf gegen den Zionismus mit dem Kampf gegen Imperialismus und Kapitalismus verbanden. Die israelische Repression dieser Bewegungen ist Ausdruck eines umfassenden strategischen Plans, der die Dominanz kolonialer Interessen sichert.

Viertens steht Israel in der entstehenden multipolaren Weltordnung zunehmend im Konflikt mit der Achse des Widerstands - einer Allianz aus Iran, Kräften in Syrien und im Irak, der Hisbollah im Libanon, den Huthi im Jemen sowie einigen palästinensischen Widerstandsbewegungen. Diese Achse repräsentiert den organisierten antiimperialistischen Widerstand in der Region und stellt ein zentrales Hindernis für die US-amerikanische und zionistische Vorherrschaft dar. Israel fungiert hier als Hauptinstrument zur Neutralisierung und Eindämmung antiimperialistischer Bestrebungen.

Akkumulation durch Völkermord und die Krise des Imperialismus

Die Rolle des zionistischen Staates gewinnt angesichts der globalen kapitalistisch-imperialistischen Krise noch größere Bedeutung. Marxistische Analysen, wie die von Ali Kadri, betonen, dass globale Krisen der Kapitalakkumulation die „Unterwerfung von Arbeitskräften und Ressourcen der Dritten Welt unter das US-geführte Kapital“ erzwingen. In diesem Kontext fungieren Militarismus und Krieg als Mechanismen der Akkumulation, ein Konzept, das Capasso und Kadri als „Akkumulation durch Verschwendung“ beschreiben: Arbeitskraft wird zerstört, Löhne werden gedrückt, ganze Bevölkerungen werden der ökonomischen Kontrolle unterworfen, und gleichzeitig entstehen neue Märkte für die Rüstungsindustrie.

Israel liefert in diesem System sowohl die materiellen Mittel als auch den ideologischen Deckmantel. Die fortgesetzte Gewalt im Gazastreifen, die Zerstörung der Infrastruktur, die Schaffung permanenter humanitärer Krisen - all dies ist Teil der strukturellen Logik des zionistischen Projekts, das die systematische Vernichtung palästinensischer Bevölkerung nutzt, um seine Herrschaft zu sichern. Der anhaltende Völkermord in Gaza ist die brutalste Manifestation dieser Logik. Er dient nicht nur der Kontrolle über die Region, sondern festigt gleichzeitig die imperialistische Ordnung auf globaler Ebene.

Israel und die Golfmonarchien

Die Rolle Israels im imperialistischen System kann nicht getrennt von seiner Beziehung zu den reaktionären Golfmonarchien verstanden werden. Nach der Verstaatlichung des Rohöls in den 1970er Jahren und der Vervierfachung des Ölpreises 1973/74 infolge des von der Organisation Arabischer Erdölexportierender Länder (OAPEC) verhängten arabischen Ölembargos konzentrierte sich die US-Politik darauf, den Zufluss von Petrodollars zu sichern und die Golfregime durch Waffengeschäfte, Finanzintegration und anhaltende Militärpräsenz zu stützen.

Wie Adam Hanieh dokumentiert hat, ging die Verankerung Israels als imperialistische Bastion im Nahen Osten nicht nur mit militärischer Stärke, sondern auch mit gezielten wirtschaftlichen Strategien einher. Der zionistische Staat wurde systematisch in die regionale und globale Wirtschaft integriert, um seine politische und wirtschaftliche Kontrolle zu festigen. Ein zentrales Instrument dieser Integration sind die sogenannten Abraham-Abkommen, die nicht nur diplomatische Normalisierung zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten schufen, sondern diese Normalisierung direkt an wirtschaftliche Beziehungen, Handel und Investitionen banden. Durch Infrastrukturprojekte, gemeinsame Technologie- und Sicherheitsinitiativen sowie Handelsabkommen wurden wirtschaftliche Abhängigkeiten geschaffen, die Israels Position als regionale Macht konsolidieren.

Besonders die Golfmonarchien - allen voran Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate - entwickelten sich in diesem Prozess zu engen Verbündeten Israels. Diese Staaten eint nicht nur die Feindschaft gegenüber Iran, sondern auch die Sorge vor inneren sozialen und politischen Bewegungen, die ihre autoritäre Herrschaft gefährden könnten. In dieser Hinsicht wird die Allianz mit Israel zu einem Mittel der inneren und äußeren Kontrolle. Israel liefert militärisches Know-how, Geheimdienstkapazitäten und ökonomische Kooperationen, während die Golfstaaten den zionistischen Staat als regionalen Verbündeten in der Durchsetzung imperialistischer Interessen anerkennen.

Diese Allianz ist nicht bloß eine kurzfristige taktische Partnerschaft, sondern Teil einer langfristigen Strategie, die den antiimperialistischen Widerstand in der Region systematisch schwächt. Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten untergräbt die historische Solidarität mit dem palästinensischen Volk. Sie stellt damit ein zentrales Hindernis für die palästinensische Befreiung und für die gesamte antiimperialistische Bewegung im Nahen Osten dar.

Darüber hinaus zeigt sich, dass diese Allianz wirtschaftliche, militärische und ideologische Dimensionen miteinander verknüpft. Israel profitiert von neuen Märkten, Investitionsflüssen und politischen Schutzmechanismen, während die Golfmonarchien ihre regionale Dominanz sichern und interne oppositionelle Bewegungen unterdrücken. Die Abraham-Abkommen symbolisieren somit nicht nur diplomatische Normalisierung, sondern eine Verflechtung, die den imperialistischen Status quo in der Region stabilisiert und die palästinensische Frage noch dringender auf die Tagesordnung setzt.

Israel als Söldnertruppe des Imperialismus

Die Funktion des zionistischen Gebildes als Söldnertruppe des Imperialismus reicht weit über den Nahen Osten hinaus. Israel hat systematisch militärisches Wissen, Taktiken der Aufstandsbekämpfung, Waffen- und Überwachungstechnologie exportiert - als Teil einer bewussten Politik, reaktionäre Regime zu stützen, Aufstandsbekämpfung zu professionalisieren und zionistische sowie pro‑imperialistische Kräfte weltweit handlungsfähig zu machen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die diese transnationalen Netzwerke untersucht haben, betonen die Kontinuität: Israel war und ist Lieferant von Ausbildern, Geheimdienstkooperation und Rüstungsgütern, die in zahlreichen Schauplätzen der globalen imperialistischen Aggression eingesetzt wurden.

Historische Beispiele sind zahlreich. Wo anti‑koloniale oder sozialistische Bewegungen erstarken, tritt Israel vielfach als Unterstützer der Gegenkräfte auf. In Afrika kooperierte Israel mit autoritären Regimen - von militärischer Ausbildung über Geheimdienstkooperation bis zu Waffenlieferungen. Die Beziehungen reichten vom Aufbau diplomatischer und militärischer Verbindungen zu jungen postkolonialen Staaten bis zur engen Geheimkooperation mit dem Apartheidregime in Südafrika; Dokumente und Recherchen legen nahe, dass diese Kooperationen auch nukleare, militärische und technologische Dimensionen hatten. Diese Verflechtungen machten Israel zu einem nützlichen, weil technisch versierten, regionalen Verbündeten westlicher und lokaler reaktionärer Interessen.

In Lateinamerika sind die Spuren ähnlicher Strategien ebenfalls gut dokumentiert. Israel lieferte in verschiedenen historischen Phasen Waffen, Sicherheitsausbildung und Beratung an autoritäre Regime und paramilitärische Kräfte. In den 1970er und 1980er Jahren lieferten israelische Rüstungen und militärische Expertise Unterstützung an Regime und Repressionsapparate in Ländern wie Argentinien, Chile, Guatemala und Nicaragua; mit dem Wechsel politischer Mehrheiten wurden diese Verbindungen teilweise in die Logik der Gegenrevolution gegen linke Befreiungsprojekte eingespannt. Recherchen weisen auf massiven militärischen Austausch und Trainingsprogramme hin, die Methoden der Repression, Folter und Gegenterror‑Taktiken weitergaben.

Ein besonders deutliches zeitgenössisches Beispiel ist El Salvador. Recherchen von Citizen Lab und internationaler Presse belegen, dass hochentwickelte israelische Überwachungswerkzeuge - namentlich der Pegasus‑Spyware der NSO Group - für die gezielte Überwachung von Journalisten und Oppositionellen in El Salvador genutzt wurden. Parallel dazu liefert Israel Sicherheitsberatung und Ausrüstung, die in einem repressiven Sicherheitsapparat münden, der massive Masseninhaftierungen und eine systematische Kriminalisierung politischer Opposition ermöglicht. Diese Kooperation ist nicht nur technischer Transfer; sie ist eine politische Form der Bündnissicherung, die reaktionären Regimen Mittel zur inneren Kontrolle liefert.

Die weltweite Verbreitung des israelischen „Modells“ ist eng mit der Ökonomie der Rüstungs- und Sicherheitsindustrie verknüpft. Israel kann Waffen, Überwachungssoftware und Taktiken als „kampferprobt“ vermarkten - mit dem Zusatznutzen, dass sie in asymmetrischen Konflikten erprobt wurden. Gaza, das Westjordanland und andere besetzte Territorien dienen dabei als Testlabor: Technologien und Strategien, die dort in der Repression entwickelt und erprobt werden, finden später Abnehmer in Afrika, Lateinamerika oder Europa. Das macht die israelische Rüstungsindustrie zu einem Profiteur globaler Repression und transformiert militärische Herrschaftserfahrung in ein exportables Produkt.

Der Zionismus in seiner staatsförmigen Ausprägung ist nicht nur innenpolitisch repressiv, sondern agiert international als Agent konterrevolutionärer Politik. Überall dort, wo Befreiungsbewegungen für nationale Selbstbestimmung oder sozialistische Projekte kämpften, fand Israel wiederholt Wege, jene zu schwächen, die diese Bewegungen unterstützten oder selbst führten.

Kurz gesagt: Die internationale Dimension der israelischen Politik ist Teil eines größeren Musters. Israel exportiert die Techniken und Praktiken der inneren und äußeren Unterdrückung; diese Exporte stärken reaktionäre Regime, hemmen progressive Bewegungen und liefern dem Imperialismus nützliche Stellvertreter. Die Konterrevolution hat viele Gesichter - Israel ist eines ihrer handlungsfähigen Instrumente.

Die Krise des Imperialismus und die zentrale Bedeutung der Palästinafrage

Die gegenwärtige Krise des Imperialismus manifestiert sich auf mehreren Ebenen und verleiht der Palästinafrage eine neue Dringlichkeit. Die USA und ihre Verbündeten sehen sich ökonomisch, militärisch und geopolitisch überfordert. Der militärisch-industrielle Komplex ist angesichts gleichzeitiger Konflikte - vom Krieg in der Ukraine über den Widerstand im Jemen bis zu Spannungen mit China - nicht in der Lage, die notwendige Kriegsproduktion schnell genug hochzufahren. Diese Überdehnung offenbart die fundamentale Schwäche des globalen imperialistischen Systems: Die unipolare Hegemonie der USA bröckelt, während alternative Machtzentren entstehen.

Der Zionismus zeigt seine doppelte Funktion. Einerseits fungiert er als Instrument imperialistischer Aggression, das die regionale Kontrolle sichern, antiimperialistische Bewegungen unterdrücken und die strategischen Interessen des Westens durchsetzen soll. Andererseits fungiert die Notwendigkeit, Israel als militärischen Vorposten einzusetzen, als Indikator für die strukturelle Schwäche des imperialistischen Systems. Der andauernde Völkermord in Gaza, die Versuche, Widerstandsbewegungen im Libanon, Jemen und anderswo zu brechen, die wiederholten Angriffe auf Syrien und die Drohkulisse gegenüber dem Iran - all dies zeigt die Verzweiflung eines Systems, das seine Macht nicht mehr ohne erhebliche Kosten aufrechterhalten kann.

Die Geschichte und Struktur des palästinensischen Widerstands

Der palästinensische Widerstand ist eine historisch gewachsene Volksbewegung, die auf die Nakba von 1948 zurückgeht, als Hunderttausende Palästinenser vertrieben, enteignet und in Flüchtlingslager gedrängt wurden. Aus diesen Traumata heraus bildeten sich schon früh Widerstandsgruppen, bestehend aus Flüchtlingsfamilien, Jugendlichen und ehemaligen Kämpfern der Gemeinden vor 1948. Diese Gruppen organisierten Sabotageaktionen, Proteste und lokale Selbstverteidigung, wobei die tiefe Verankerung im Volk Widerstands von Beginn an sichtbar wurde.

Die palästinensische Widerstandsbewegung wird von einer Vielzahl politischer und militärischer Akteure getragen, die unterschiedliche ideologische Linien vertreten, aber alle das Ziel der nationalen Befreiung verbinden. Die Führung des Widerstands ist historisch vielschichtig: Während die PLO lange als diplomatischer und organisatorischer Vertreter der palästinensischen Bevölkerung agierte, entstand im Verlauf der Jahre ein breiteres Spektrum an Bewegungen, die direkt in den Alltag der Bevölkerung eingebettet sind und die soziale Basis aktiv mobilisieren.

Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) wurde in den 1960er Jahren gegründet, um die verschiedenen Fraktionen der nationalen Bewegung zu koordinieren und die palästinensische Befreiung politisch und diplomatisch zu vertreten. In den ersten Jahrzehnten war die PLO stark auf bewaffneten Widerstand und internationale Solidarität ausgerichtet. Unter der dominanten Fraktion, der Fatah, kombinierte man militärische Guerillataktiken mit diplomatischem Pragmatismus. Unter Yasser Arafat wurden militärische Operationen gegen israelische Ziele durchgeführt, gleichzeitig, aber auch internationale Allianzen mit arabischen Staaten und der globalen Linken aufgebaut. Die Fatah organisierte lokale Volkskomitees, Jugendgruppen und transnationale Netzwerke in der Diaspora.

Mit der Zeit verschob sich der Kurs der PLO zunehmend in Richtung Kooperation mit Israel, insbesondere nach dem Oslo-Abkommen 1993. Dieser Kurs wurde von Teilen der Führung, allen voran Mahmud Abbas, als „realpolitische“ Strategie dargestellt, um palästinensische Institutionen aufzubauen und einen eigenen Staat innerhalb der besetzten Gebiete zu schaffen. Die Realität war jedoch, dass diese Strategie faktisch eine Anerkennung des Besatzungsregimes bedeutete und die politische, wirtschaftliche und territoriale Abhängigkeit der palästinensischen Unterdrückung weiter festigte.

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) unter Abbas übernahm administrative Kontrolle über Teile des Westjordanlandes, während Israel die militärische Kontrolle, die Siedlungspolitik und den Großteil der Ressourcen behielt. Die PA führte Verhandlungen mit Israel, ohne dass diese zu substanziellen Veränderungen führten. Siedlungsausbau, Landraub, Bewegungsbeschränkungen und wirtschaftliche Kontrolle blieben bestehen. Dieser pro-zionistische Kurs führte zu einer Entpolitisierung vieler Teile der palästinensischen Bevölkerung und schwächte die Fähigkeit des Widerstands, eine kohärente nationale Strategie zu verfolgen.

Zugleich blieb der Widerstand außerhalb der PLO-Strukturen lebendig. Gruppen wie Hamas, der Palästinensische Islamische Dschihad (PIJ) oder lokale Widerstandszellen in Flüchtlingslagern und Städten hielten an bewaffnetem Widerstand, sozialer Mobilisierung und der Forderung nach vollständiger Befreiung fest. Der Kontrast zwischen der PLO/Fatah-Führung, die auf Verhandlungen und Kooperation setzte, und den bodenständigen Widerstandsbewegungen, die weiterhin auf Selbstorganisation und bewaffnete Aktionen setzten, prägt bis heute die politische und soziale Landschaft Palästinas.

Die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), gegründet 1967 als marxistisch-leninistische Fraktion, versteht den palästinensischen Befreiungskampf als Teil eines globalen antiimperialistischen und sozialistischen Projekts. Militärisch erlangte die PFLP internationale Bekanntheit durch spektakuläre Operationen wie Flugzeugentführungen in den 1970er Jahren, die gezielt die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Palästinafrage lenken sollten. Gleichzeitig engagierte sich die PFLP intensiv in der politischen Mobilisierung innerhalb der Flüchtlingslager und städtischen Zentren, organisierte Bildungsprogramme und kulturelle Initiativen. Ihr Ansatz verbindet somit bewaffneten Widerstand, ideologische Schulung und soziale Arbeit.

Mit der Ersten Intifada 1987 entstand die mittlerweile größte Gruppe des Wiederstandes, die Hamas als islamische Widerstandsbewegung, die sich durch ihre enge Verknüpfung von militärischem Widerstand und sozialer Basisarbeit von den traditionellen PLO-Fraktionen unterscheidet. Anders als die PLO, deren Führung auf diplomatische Kanäle setzte, konnte Hamas durch Schulen, Krankenhäuser, Wohlfahrtsprojekte und lokale Verwaltungsstrukturen im Gazastreifen eine tiefe soziale Verwurzelung erreichen. Diese soziale Basis war entscheidend für die politische Legitimität der Bewegung: Bei den Wahlen 2006 errang Hamas die Mehrheit der Sitze im palästinensischen Parlament, was ihren Charakter als echte Massenbewegung unterstreicht. Militärisch setzt Hamas auf asymmetrische Guerillataktiken, Raketenangriffe und Tunnelnetzwerke, ideologisch verbindet sie konservativen Islam mit nationaler Befreiung, wobei soziale Arbeit als integraler Bestandteil des Widerstands verstanden wird.

Der Palästinensische Islamische Dschihad (PIJ) unterscheidet sich in mehreren Punkten deutlich. Er konzentriert sich stärker auf militärische Aktionen und verzichtet weitgehend auf soziale Dienstleistungen oder politische Ambitionen wie Hamas. PIJ rekrutiert vor allem aus den ärmeren Vierteln Gazas und den Flüchtlingslagern, wo die Perspektivlosigkeit der Jugend eine hohe Mobilisierbarkeit schafft. Ideologisch ist der PIJ kompromisslos antiimperialistisch und anti-zionistisch ausgerichtet. Kooperationen mit Hamas oder der PFLP erfolgen zweckgebunden, meist im Rahmen koordinierter militärischer Operationen.

Insgesamt zeigt sich, dass der palästinensische Widerstand vielschichtig, historisch gewachsen und in den Massen verwurzelt ist. Er vereint bewaffnete Aktion, politische Organisation und soziale Mobilisierung, wird von verschiedenen Fraktionen mit unterschiedlichen ideologischen Schwerpunkten getragen und ist fest in der Bevölkerung verankert - von den Flüchtlingslagern über städtische Zentren bis hin zur Diaspora. Die Hamas als gewählte Bewegung und die marxistischen Fraktionen PFLP und DFLP verkörpern gemeinsam die Vielfalt des Widerstands, der sich kontinuierlich an veränderte Bedingungen anpasst, ohne seine zentrale Forderung nach nationaler Befreiung und Selbstbestimmung aufzugeben.

Die Al-Aqsa-Flut und die Transformation des Widerstands

Die Operation Al-Aqsa-Flut am 7. Oktober 2023 markiert eine historische Zäsur im palästinensischen Widerstand. Sie hebt den Kampf auf eine neue Stufe und zeigt, dass die militärische Überlegenheit Israels durchbrochen werden kann. Anders als viele frühere Aktionen war diese Operation nicht nur ein symbolischer Schlag, sondern eine koordinierte Initiative mit weitreichender Wirkung. Sie demonstrierte die Fähigkeit des Wiederstands, langfristig Planungen umzusetzen, militärische Ressourcen effektiv einzusetzen und gleichzeitig die psychologische Dimension des Konflikts zu beeinflussen.

Die psychologische Wirkung auf die israelische Gesellschaft und die regionale Ordnung war enorm. Jahrzehntelang fühlten sich die Besatzer unantastbar, doch die Al-Aqsa-Flut zerstörte diese Illusion. Die Operation zeigte, dass der palästinensische Wiederstand nicht nur reagieren, sondern die Initiative ergreifen kann. Gleichzeitig verdeutlichte die brutale Reaktion Israels - die systematische Bombardierung ziviler Infrastruktur, die gezielte Vernichtung von Wohnvierteln und die Eskalation der ethnischen Säuberungen- den völkermörderischen Charakter des zionistischen Projekts. Sie offenbart das Bestreben, die palästinensische Bevölkerung systematisch zu ermorden oder zu vertreiben.

Die Al-Aqsa-Flut hebt den Widerstand auf ein qualitativ höheres Niveau. Die Operation wurde vor allem von Hamas und dem Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) sowie anderen Einheiten durchgeführt, die ihre militärischen Kapazitäten gebündelt einsetzten. Diese Zusammenarbeit zeigt, dass die palästinensischen Gruppen in der Lage sind, ideologische Differenz gegenüber dem gemeinsamen Ziel zurückzustellen.

Zusätzlich beteiligten sich lokale Widerstandsstrukturen in Gaza sowie kleinere militante Gruppen, die seit Jahren in Flüchtlingslagern, Stadtvierteln und ländlichen Regionen aktiv sind. Diese zivil-militärische Kooperation verdeutlicht, dass die militärischen Aktionen von den breiten Massen getragen wurden. 

Parallel zu den militärischen Operationen wurde die gesellschaftliche und ideologische Basis mobilisiert. Informationskampagnen, Medienarbeit und internationale Öffentlichkeitsarbeit verdeutlichten die Kontinuität der Nakba und die Notwendigkeit der Befreiung. Die Bevölkerung in Gaza und der Diaspora wurde aktiv einbezogen, nicht nur als passive Zeugen, sondern als organisierte und handelnde Subjekte des Widerstands.

Diese Operation zeigt, dass der palästinensische Widerstand nicht nur reaktiv, sondern proaktiv und auf breiter Basis organisiert agiert. Sie beweist die Möglichkeit, die zionistische Besatzung  herauszufordern und verdeutlicht die Bedeutung von Bündnissen, der Massenbasis und der Kooperation als Merkmale einer neuen Phase des Widerstands.

Regionale Solidarität und die Rolle weiterer Kräfte

Die palästinensische Bewegung agiert keineswegs isoliert; ihre Handlungsfähigkeit ist eng mit der regionalen Solidarität und Unterstützung verbündeter Kräfte verknüpft. Die sogenannte Achse des Widerstands - bestehend aus Iran, Gruppen in Syrien sowie im Irak, der Hisbollah im Libanon, Ansar Allah (Huthi) im Jemen und weiteren antiimperialistischen Kräften - spielt dabei eine zentrale Rolle.

Ein Beispiel ist die materielle und politische Unterstützung Irans für die palästinensischen Widerstandsorganisationen. Trotz massiven westlichen Drucks und Sanktionen hat der Iran seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk nicht nur verbal, sondern auch praktisch gezeigt, durch Ausbildung, Ausrüstung und politische Rückendeckung der Kämpfenden in Gaza und im Libanon. Diese konsequente Haltung stellt eine reale Herausforderung für die imperialistische Ordnung im Nahen Osten dar. 

Diese koordinierte Unterstützung ermöglicht es dem palästinensischen Widerstand, über die Grenzen des Gazastreifens hinaus Wirkung zu entfalten und zeigt, dass der Widerstand nicht nur lokal verankert, sondern auch regional handlungsfähig ist. Ebenso zeigten die Massenproteste in Jemen, Irak, Libanon, Iran und Bahrain, dass die Solidarität mit Palästina weit über symbolische Gesten hinausgeht. Millionen Menschen forderten aktiv ein Ende der Normalisierung mit Israel, den Boykott westlicher Konzerne und die Unterstützung des Widerstands. Diese Bewegung ist Ausdruck eines tief verwurzelten antiimperialistischen Bewusstseins in der Region.

Diese praktische Solidarität emonstriert die wachsende Fähigkeit der anti-zionistischen Bewegung, die zionistisch-imperialistische Vorherrschaft herauszufordern.

Abschlussbetrachtung: Legitimität, Perspektiven und Strategie des palästinensischen Befreiungskampfes

Der palästinensische Widerstand ist nicht nur gerechtfertigt, er ist eine notwendige Antwort auf die historische und gegenwärtige Gewalt des zionistischen Projekts. Wie zuvor analysiert, ist der Zionismus eine völkermörderische, siedlerkoloniale Ideologie, die seit der Nakba 1948 systematisch Landraub, Vertreibung und Unterdrückung praktiziert hat. Die anhaltende militärische, wirtschaftliche und diplomatische Unterstützung durch den US-Imperialismus, die enge Kooperation mit regionalen Verbündeten und die strategische Rolle Israels als militärischer Vorposten westlicher Hegemonie verdeutlichen die strukturelle Verbindung zwischen imperialistischer Machtpolitik und zionistischem Regime. Unter diesen Bedingungen ist Widerstand nicht nur legitim, sondern existenziell wichtig. Er ist die Verteidigung von Leben, Heimat und Würde gegen ein System, das auf ethnische Säuberung und vollständige Vernichtung ausgerichtet ist.

Die Operation Al-Aqsa-Flut vom 7. Oktober 2023 zeigt, dass der Widerstand heute auf einer neuen, qualitativ höheren Stufe agiert. Hamas und PIJ führten koordinierte militärische Operationen durch, unterstützt durch die Bevölkerung in Gaza. Dieses koordinierte Zusammenspiel aus militärischer Initiative und sozialer Basisarbeit demonstriert einmal mehr die Fähigkeit des palästinensischen Widerstands, die Besatzer heruaszufordern.

Für Antiimperialisten weltweit ergeben sich daraus klare Aufgaben. Die Unterstützung des palästinensischen Widerstands muss umfassend, materiell, politisch und ideologisch sein. Öffentlichkeitsarbeit, Medienkampagnen, Dokumentation der Besatzung, Solidaritätsnetzwerke, Gewerkschaftsaktionen, juristische Initiativen und internationale Lobbyarbeit sind entscheidende Hebel, um Druck auf imperialistische und zionistische Strukturen auszuüben.

Die Perspektive des Befreiungskampfes ist dabei ebenso klar. Die vollständige Beendigung der Besatzung, die Rückkehr der Vertriebenen Bevölkerung, die Errichtung eines selbstbestimmten, gerechten palästinensischen Staates. Die Al-Aqsa-Flut und die jüngsten Erfolge des Widerstands markieren den Beginn einer neuen Phase, in der die palästinensische Bewegung nicht nur überleben, sondern aktiv die Initiative übernehmen kann. Für Antiimperialisten bedeutet dies, den Kampf gegen Unterdrückung, Kolonialismus und Imperialismus weltweit mit Entschlossenheit zu unterstützen, den Widerstands zu stärken und die internationale Öffentlichkeit über die Kontinuität der Nakba und die Notwendigkeit der Befreiung zu informieren.

Der palästinensische Widerstand ist ein integraler Bestandteil des globalen antiimperialistischen Kampfes. In dieser Hinsicht ist die Unterstützung des palästinensischen Widerstand eine, Pflicht aller, die gegen Imperialismus, Kolonialismus und Unterdrückung eintreten.

So endet diese Analyse mit einer klaren Botschaft: Der palästinensische Befreiungskampf ist gerechtfertigt  und notwendig. Wer die Befreiung Palästinas unterstützt, unterstützt zugleich den globalen Kampf gegen Unterdrückung, Kolonialismus und Imperialismus. Die Stärke der Bewegung liegt in ihrer Verankerung in den Massen und ihrer Fähigkeit, sich an veränderte Bedingungen anzupassen - und sie zeigt, dass nationale und soziale Befreiung miteinander verbunden ist. Die Aufgabe aller Antiimperialisten ist es, diesen Kampf zu verstehen, zu verteidigen und aktiv zu stärken, damit der Weg zur Freiheit, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung weiter beschritten werden kann.

Freiheit für Palästina!
Die Nakba ist nicht vergessen - der Widerstand lebt!
Der Kampf geht weiter, bis zur vollständigen Befreiung!

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